Allergien, Unverträglichkeiten und Allergietests

Hier erfährst du mehr über Unverträglichkeiten, Futtermittel- und Umweltallergien bei Hunden und was du tun kannst um deinem Hund zu helfen.

Was du in diesem Artikel erfährst:

  1. Wo ist der Unterschied zwischen einer Allergie und Unverträglichkeit?
  2. Wie entsteht sowas?
  3. Was können die Auslöser sein?
  4. Welche Tests machen Sinn?
  5. Allergietagebuch - Kostenloser Download

1. Wo ist der Unterschied zwischen einer Allergie und Unverträglichkeit?

Der Unterschied liegt beim Auslöser der Symptome. In der Praxis ist nur schwer erkennbar, ob es sich um eine Allergie oder Unverträglichkeit handelt, da die Symptome sich stark ähneln oder gleich ausfallen.

Allergien werden meist durch Proteine oder Faktoren aus der Umwelt ausgelöst und werden im Verlauf oft ausgeprägter.
Das Immunsystem reagiert empfindlich auf den auslösenden Stoff und startet eine Abwehrreaktion.

Unverträglichkeiten können bei allen Futtermitteln auftreten. Hier löst jedoch nicht das Immunsystem eine Reaktion aus, sondern der Verdauungstrakt kommt mit dem aufgenommenen Stoff einfach nicht klar. 

2. Wie entsteht sowas?

Es gibt viele begünstigende Faktoren, weshalb eine Allergie oder Unverträglichkeit entstehen kann. 

  • genetisch erhöhtes Risiko bestimmter Rassen (z.B. Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Mops, ...)
  • Erkrankungen und das dadurch geschwächte Immunsystem
  • Parasitenbefall
  • Stress
  • Medikamentengabe
  • hohe Histamingehalte im Futter
  • zu schnelle Futterumstellungen


3. Was können die Auslöser sein?

Bei einer Allergie oder Unverträglichkeit solltest du den Auslöser strikt vermeiden. Theoretisch kann alles eine Reaktion auslösen.

Die häufigsten Auslöser von Allergien sind Flohspeichel, Futtermilben und Herbstgrasmilben. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Umweltallergie. Auch Pollen, Schimmelpilze oder andere Parasiten können hier eine allergische Reaktion hervorrufen.

Futtermittelallergien werden meist durch das im Futter vorhandene Fleisch ausgelöst. Das dort enthaltene Protein löst die Immunreaktion aus. Hunde können auf jede Fleischsorte allergisch reagieren, aber auch pflanzliche Proteinquellen können eine allergische Reaktion auslösen. Oft wird empfohlen bei Allergieverdacht Fleisch vom Pferd oder andere exotische Fleischsorten zu füttern.
Vom eigenmächtigen Rumprobieren rate ich jedoch allen ab, da es zu 95% keinen Erfolg hat!


Unverträglichkeiten haben meist Inhaltsstoffe wie Laktose, Zusatzstoffe im Futter oder Getreide als Auslöser. 

4. Welche Tests machen Sinn?

Wenn du nach Allergietests für Hunde suchst, dann bekommst du von 30€ bis 200€ viele verschiedene Varianten angeboten.

Diese Tests arbeiten fast alle nach dem selben Prinzip, sie ermitteln den IgE-Wert. Dieser Wert ist jedoch im Hinblick auf die Identifizierung von Allergieauslösern komplett nutzlos. Er zeigt lediglich an, dass sich das Immunsystem deines Hundes bereits mit dem getesteten Stoff auseinandergesetzt hat.
Ein Beispiel:
Fütterst du regelmäßig Rind und Huhn, kann der IgE-Wert bei beiden Fleischsorten erhöht sein, obwohl keine Allergie vorliegt.
 

Zusätzlich gibt es auch sogenannte Bioresonanz-Tests, welche wissenschaftlich gesehen keinerlei Aussagekraft haben. Mehr dazu kannst du auch hier lesen.

Zur Erkennung von Umweltallergien eignen sich sogenannte Pricktests, welche ähnlich wie beim Menschen vom Tierarzt durchgeführt werden. Auf die Haut des Hundes werden verschiedene mit Allergenen versehene Substanzen aufgebracht und die Reaktion bewertet. Diese Tests sind jedoch sehr aufwendig und werden nur selten von Tierärzten gemacht.

Der Goldstandard für Futtermittelallergien und Unverträglichkeiten bleibt die Ausschlussdiät. Hier wird mit einem individuellen Ernährungsplan genau überprüft, welche Futtermittel eine Reaktion auslösen. Zwar ist die Ausschlussdiät eine langwierige, aber dafür eine sehr sichere Methode zur Identifizierung der Auslöser.

 

5. Allergietagebuch - Kostenloser Download

Du hast bei deinem Hund Symptome einer Allergie oder Unverträglichkeit bemerkt und weißt nicht, was du nun machen sollst? Dann fange an, ein Allergietagebuch zu führen, um die Symptome besser einschätzen zu können.

Wenn du Hilfe beim Ausfüllen oder der Auswertung benötigst, dann wende dich einfach über das Kontaktformular an mich!